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Richtig düngen für Pflanzen in Haus und Garten

*"Viel hilft viel", denkt sich so mancher Gartenbesitzer und gönnt seinen Pflanzen reichlich Dünger. Doch richtig düngen folgt dem Motto: "Weniger ist mehr".*

Ob Schrebergarten oder Balkon, ob Obst und Gemüse oder Blumen: Jeder wünscht sich, dass sein Pflanzen üppig gedeihen und düngt sie, um sie zu unterstützen.

Richtig düngen mit organisch-mineralischen und rein mineralischen Düngern

Die Statistiken der Labore zeigen es mehr und mehr: Viele Gärten in Deutschland sind überdüngt. Ein Großteil der Gärtner düngt einfach nach Gefühl oder allenfalls nach der Anleitung auf der Verpackung, auf der aber nur Durchschnittswerte angegeben werden. Besonders Nitrat ist in zu hohem Maße im Boden enthalten. Das schadet sowohl den Pflanzen als auch der Umwelt. Es ist also Zeit, sich über das richtige Düngen Gedanken zu machen. Der erste Schritt auf dem Weg zum richtigen Düngen ist, festzustellen, was dem Boden eigentlich fehlt. Dazu kann man Bodenproben in einem Labor untersuchen lassen und dann gezielt düngen. Eine Bodenuntersuchung sollte man alle drei Jahre durchführen. Bei der riesigen Auswahl an Düngern kann man grob zuwischen organischem und mineralischen Düngern unterscheiden. Mineralische Dünger sind für die Pflanzen schnell verfügbar, die darin enthaltenen Mineralsalze werden jedoch rasch ausgewaschen und versickern ungenutzt im Boden. Daneben gibt es noch Organisch-Mineralische Dünger. Sie sind organische Düngemittel, denen mineralische zugesetzt wurden. Feste organisch-mineralische Dünger können die Bodenstruktur verbessern, flüssige führen der Pflanze die Nährstoffe rasch zu, haben aber keine bodenverbessernde Wirkung.

Kompost, Gründünger und Brennnessel-Jauche: Richtig düngen mit organischen Mitteln

Organische Dünger sind alle Düngemittel, die natürlichen Ursprungs sind. Der bekannteste Vertreter ist wohl der Kompost. Die Erde, die durch die Zersetzung von Garten- und Küchenabfällen entsteht, gilt als Allheilmittel. Drei Liter Kompost pro Quadratmeter decken den Nährstoffbedarf der Pflanzen. Lediglich bei kalkempfindlichen Pflanzen sollte man mit Kompostgaben vorsichtig sein, denn Kompost hat einen hohen pH-Wert. Was in der Landwirtschaft oft schon die Regel ist, hält immer mehr Einzug in Kleingärten. Wenn im Herbst die Gemüsebeete abgeerntet sind, werden Pflanzen wie Lupine oder Raps ausgesät. Diese schnell wachsenden Pflanzen können noch vor dem Winter abgemulcht und im Beet liegengelassen werden. Oder sie erfrieren im Winter. In beiden Fällen verrotten sie und haben dadurch eine ähnliche Wirkung wie Kompost. Gründünger hat zudem den Vorteil, dass die Wurzeln der Pflanzen oft tief reichen und damit das Erdreich auflockern. Hornspäne schützen Pflanzen im Winter vor der Kälte, verhindern, dass der Boden schnell austrocknet und geben langsam den für das Wachstum der Pflanze unerlässlichen Stickstoff ab. Daneben gibt es noch eine Vielzahl an Hausmitteln, die sich beim richtig Düngen bewährt haben: Eierschalen, Kaffeesatz, Bananenschalen, Brennnessel- und Ackerschachtelhalm-Jauche und viele mehr.

Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen richtig düngen

Pflanzen in Töpfen steht nur begrenzt Erde zur Verfügung. Zwar ist handelsübliche Blumen- und Pflanzerde in der Regel vorgedüngt, doch dieser Dünger hält meist nur vier Wochen. Pflanzen in Töpfen und Kästen sind daher auf regelmäßige Düngung angewiesen und das richtige Düngen folgt hier anderen Regeln. Bewährt haben sich Flüssigdünger, die einfach mit dem Gießwasser gemischt werden können. Düngestäbchen oder -kegel werden in die Erde gesteckt und geben nach und nach mineralischen Dünger frei. Für Kübelpflanzen gibt es Spezialdünger, etwa Zitrusdünger oder Hortensiendünger zum richtig Düngen. Die Wirkstoffe sind speziell auf die Bedürfnisse der Pflanze abgestimmt. Man sollte sich genau an die Packungsanleitung halten, um eine Überdüngung zu vermeiden. Aber auch und gerade bei Balkonpflanzen schwört so manche Hausfrau auf Hausmittel. Und das zu recht. Kaffeesatz zum Beispiel hat eine ähnliche Wirkung wie Kompost, durch das Abkochwasser von Eiern erhalten die Pflanzen eine Mineralienkur und Holzasche enthält viele Mineralien.

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